Julia Mähler.

Göteborg (S).

Wer bist du?

Mein Name ist Julia Mähler, ich bin 23 Jahre alt, Lehramtsstudentin für die Fächer Kunst und Deutsch und unter meinem Künstlernamen "Juja" als Fotokünstlerin unterwegs. Besonders gerne fotografiere ich analog - entweder farbig oder schwarz-weiß mit Selbstentwicklung. Auch Polaroids sind eine wunderbare Sache. Das Außergewöhnliche daran ist ihre schnelle Entwicklung (und bitte nicht "like a Polaroid picture shaken", sondern ihm lieber ein wenig Dunkelheit in euer Hosentasche gönnen). Wir leben in einer Welt, in der so gut wie alles reproduziert werden kann, aber Polaroids sind immer Unikate und das ist extrem faszinierend für mich. Manchmal greife ich auch zum Pinsel und male Aquarelle oder zeichne Comicfiguren. Weil ich nebenbei auch noch Musik mit meiner Band "Polaroad" mache, weiß ich manchmal gar nicht an was ich zuerst arbeiten soll. Aber ich liebe gerade diese Vielseitigkeit und möchte alle diese kleinen Sachen machen.

Wer möchtest du werden?

Das ist eine wirklich gute Frage. Natürlich steht die Fotografie für mich an erster Stelle, aber auch nicht immer und wer weiß wie sich das entwickelt. Ich weiß nicht, ob ich mich entscheiden kann und eine der vielen anderen kreativen Beschäftigungen weglassen kann. Aber muss ich das überhaupt? Eigentlich möchte ich nur mit allem was ich geben kann Künstlerin sein - egal ob das die Fotografie, die Malerei, das Musikmachen oder das Schreiben ist. Die einzige Entscheidung, die ich definitiv gefällt habe, war die, meine Leidenschaft für Kunst in einen Beruf einzubetten, der mir viele neue Einflüsse durch junge Menschen bietet, aber auch Sicherheit in einer Arbeitswelt, in der man sich seiner Stelle fast nie sicher sein kann. Was meine künstlerischen Tätigkeiten angeht, will ich deshalb auch gar keine Entscheidungen treffen. Denn gerade weil meine Existenzgrundlage nicht davon abhängt, habe ich auch die Freiheit alles auszuprobieren und auf vielen Wegen zu gehen. Natürlich wäre es trotzdem wünschenswert, wenn ich eines Tages nur von meiner Kreativität leben könnte. Doch bis es soweit ist, ist es so in Ordnung wie es ist. Denn egal was passiert: Ich werde meine Kunst nie aufgeben - das steht fest!

Was bedeutet es dir jung zu sein?

Jung zu sein ist für mich untrennbar mit Freiheit verbunden: Man hat in seinem Studium so viele Freiheiten wie niemals wieder, man kann sich ausprobieren, man ist gesund, man kann die Welt für sich entdecken - sei es in der Heimat oder durch viele Reisen. Man lebt im Jetzt und doch denkt man so viel an Morgen. Wird einem die Freiheit also dann doch zu viel? Man macht sich Sorgen um seine Zukunft, obwohl man einfach nur genießen sollte. Man soll ja nicht später sagen müssen: "Ach damals als wir jung waren... Was wir da alles hätten machen können..." : Man sollte machen, machen, machen - einfach so viel wie möglich, ohne den Spaß am Neuen zu verlieren und sich festzufahren. Die Jugend ist die große Zeit des Spaßhabens, Ausprobierens und des Fehlermachenkönnens. Also sollte man verdammt nochmal sein Leben genießen. Denn die Zukunft kommt sowieso noch früh genug.

Welche Personen inspirieren dich und beeinflussen deine Arbeit?

Da ich mich für mein Studium sehr viel mit der klassischen aber auch modernen Kunst beschäftige sind Künstler auf jeden Fall inspirierende Personen für mich. Aber im Prinzip kann ich meine Inspiration nicht nur auf einzelne Personen beschränken. Es sind viel mehr Orte oder Stimmungen, an/in denen Inspiration plötzlich auftaucht oder mit Verlässlichkeit zu finden ist. Das Internet ist für mich zu einer sehr alltäglichen Inspirationsquelle geworden. So wie auch ich meine Arbeit im Internet präsentiere tun es natürlich auch milliarden Andere. Diese große Auswahl an Kunst im Netz bietet einem einen vielfältigen Input und stellt zur gleichen Zeit die Gefahr dar, seine eigenen Produktionen in Konkurrenz damit zu stellen. Aber das versuche ich meistens irgendwie auszuklammern, denn man soll ja sein eigenes Ding machen und nicht das der anderen.

Welches Risiko bist du bereit einzugehen, um deine Ziele zu erreichen?

Ich bin dazu bereit mir ewig lang in der Dunkelkammer die extremen Dämpfe der zur Entwicklung nötigen Fotochemikalien um die Nase wehen zu lassen. Ich nehme in Kauf mir auf meinen Reisen Rückenschmerzen zu holen, weil ich mich wieder nicht für nur eine Kamera entscheiden konnte. Während bei manchen meiner Kommilitonen die Kunst mit einem praktischen Projekt für die Uni endet, geht es für mich auch in der Freizeit weiter. Meine Fotos entstehen oft auf Reisen, aber auch sehr oft aus dem Alltag heraus, indem die Kreativität nicht zu kurz kommen soll.



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